26. Mai 2018

Veranstaltungsbeginn:21:00 Uhr

Kino

D 2012, Maggie Peren

Abschluss des Filmzyklus "Frauen in Ost und West"

Die Farbe des Ozeans

Ein Filmabend mit der Schauspielerin Sabine Timoteo - im Saal und auf der Leinwand

Es ist eine absurde Situation: UrlauberInnen aalen sich am Strand in der spanischen Sonne. Da strandet ein Boot mit völlig entkräfteten afrikanischen Flüchtlingen. „Ich muss helfen“, ist im Filmdrama „Die Farbe des Ozeans“ der erste Reflex der deutschen Touristin Nathalie (Sabine Timoteo). Aber wie? Sie kauft erstmal Wasser für den senegalesischen Flüchtling Zola und seinen kleinen Sohn Mamadou. Dann rückt schon die spanische Polizei an und schickt Nathalie weg. Doch das Schicksal von Vater und Sohn lässt sie nicht los.

Die deutsche Regisseurin Maggie Peren („Stellungswechsel“) blickt in ihrer dramaturgisch dichten, ohne jedes Pathos erzählten Geschichte auf das Drama, das sich regelmässig an den europäischen Küsten abspielt. Geschickt verkreuzt Peren die Schicksale ihrer Protagonisten. Nicht nur durch die Augen von Nathalie und Zola sieht der Zuschauer das Geschehen. Da ist auch der Spanier José, der als Polizist auf den Kanarischen Inseln darüber entscheiden muss, ob die Flüchtlinge bleiben dürfen oder abgeschoben werden. Perens nüchterner Blick auf die Geschehnisse, ihre fast spröde Erzählweise und die ruhige Kameraführung ermöglichen es dem Zuschauer, das stark emotional besetzte Thema auf neue Art zu betrachten. Die Regisseurin tritt sozusagen einen Schritt zurück und macht auch schnell klar, dass es einfache und schnelle Lösungen des Flüchtlingsproblems nicht geben wird.